Verfolgte

Alle auf dieser Seite berichtende überlebende Zeitzeugen der NS-Diktatur sind Verfolgte, unabhängig davon, aus welchen Gründen, denn verfolgt waren/wurden alle, die nicht zur sog. arisch - deutschen Volksgemeinschaft zählten.

Tadeusz Sobolewicz

wurde am 1. September  1941 als Verbindungsmann der polnischen Untergrundarmee ZWZ als 17jähriger in Czestochowa von der Gestapo verhaftet.

Er erlebte Auschwitz, Buchenwald und weitere Konzentrationslager.

Das Schlimmste aber war nach seiner Aussage der Steinbruch im KZ Flossenbürg: Er war die „Hölle“. 

Rachel Knobler

Wir standen vor unserem eigenen Schlachthaus
Luft – angefüllt mit Todesangst

Rachel Knobler wurde 1924 im Stetl von Slomniki geboren, nördlich von Krakau. Ihre Familie war nicht sehr religiös, jüdische Feste wurden nur sehr locker gefeiert. Zwei Jahre nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen kam sie mit 17 ins Krakauer Ghetto.

Halina Birenbaum

Ich erzähle nicht – ich bin jetzt dort !
Ich bin Achtundvierzig sechs dreiundneunzig!

Halina Birenbaum scheint in einer Zeitmaschine 80 Jahre zurückgeworfen, ist mitten im Geschehen; berichtet anschaulich, ergreifend, erleidet alles in diesem Moment noch einmal.

Heinz Junge

Heinz Junge, 1914 in Dortmund-Barop geboren, hat insgesamt acht Jahre in Nazigefängnissen und Konzentrationslagern verbracht.
Schon vor 1933 war Heinz Junge im Kommunistischen Jugendverband aktiv und bekämpfte den deutschen Faschismus. Nach der Machtübernahme Hitlers im Januar 1933 organisierte er mit seinen Mitstreitern vom kommunistischen Jugendverband Deutschland (KJVD) und der KPD viele politische Aktionen gegen Hitler und wurde bald verhaftet.

Greta Klingsberg

wurde am 11. September 1929 in Wien geboren; die Eltern Hofmeister waren einfache Menschen, der Großvater Schauspieler.
In der zweiten Klasse merkte Greta, dass jüdische Schüler für gute Leistungen schlechtere Noten bekamen. Als junges Mädchen musste Greta mit der Familie nach Brünn (heutiges Tschechien) fliehen; von den Eltern getrennt, kam sie schließlich in ein Heim, später mit 30 anderen Kindern in ein Waisenhaus.

Max Mannheimer

Auschwitz-Häftlingsnummer 99728

Max Mannheimer wurde am 6. Februar 1920 geboren, in der damals nord-mährischen Stadt Neutitschein, im heutigen Tschechien. Er hat vier Lager, Theresienstadt, Auschwitz, Warschau und Dachau durchlitten. Von seiner Familie haben nur er und ein Bruder die Shoah überlebt. Bei seiner Befreiung am 30. April 1945 in der Nähe von Tutzing wog er nur 37 Kilogramm.

Ingelore Prochnow

Das besondere Leben der Ingelore Prochnow

„Hier hast Du viele Mütter gehabt.“
Ingelore Prochnow ist heute 72 Jahre alt und lebt in Bielefeld. Um ihre Geburt, ihre Mutter und ihren Vater ranken sich, sobald sie beginnt, zu fragen und über sich nachzudenken, Geheimnisse, für deren Aufklärung sie insgesamt mehr als 60 Jahre braucht.

Peter Finkelgruen

Prag, Deutschland, Moskau, Wladiwostok, Shanghai – das Ganze retour, danach Israel, zurück wieder in Deutschland – die Familie von Peter Finkelgruen hatte wahrlich halbe Weltreisen hingelegt, allerdings mit den damaligen einfachen Verkehrsmitteln und nicht freiwillig. So musste Peter Finkelgruen in jungen Jahren bereits 4 Sprachen beherrschen: deutsch, englisch, chinesisch, tschechisch.

Eva Schloss

„Die heile Welt steht Kopf“, erinnert sich die damals 9jährige Eva, als die deutschen Nazis in Wien einmarschieren.

In ihrem Buch mit dem Titel „Amsterdam 1944. Das Ende meiner Kindheit“ (Verlag Eckhaus Geschichte) beschreibt Eva Schloss Jahre später die Flucht der jüdischen Familie nach Amsterdam, die Begegnung mit der Familie Frank und der jungen Anne, Versteck, Verrat, die Deportation nach Auschwitz…

Ruth Weiss

„Und dann gehörte ich nicht mehr dazu!“

Ruth Weiss wurde am 26. Juli 1924 als Ruth Loewenthal in Fürth geboren.
1927 ging die Familie bis 1931 nach Hamburg, anschließend nach Rückersdorf bei Nürnberg und zwei Jahre später zurück nach Fürth.
Ruth Weiss berichtet, wie sich sofort nach der Machtergreifung 1933 das Verhalten vieler Deutscher gegenüber ihrer Familie veränderte.

Edith Erbrich

Edith Erbrich wurde am 28. Oktober 1937 in Frankfurt am Main als zweite Tochter der Familie Bär geboren, die Mutter katholisch, der Vater jüdisch. Susanna, ihre katholische Mutter, wurde in Beugehaft genommen und sollte sich von ihrem jüdischen Mann scheiden lassen - sie weigerte sich jedoch.
Die Familie lebte im Frankfurter Ostend; als Zweijährige bekommt Edith eine Kennkarte mit dem fett gedruckten „J“ (für Jude). Von klein auf muss sie den Judenstern tragen, darf nicht zur Schule gehen.

Luise Jacobs

„Hier haben wir die Pogromnacht erlebt“.
Die 6jährige Luise Jacobs erlebt diese Nacht am 9./10. November 1938 zusammen mit der Mutter und ihren beiden Geschwistern in Heiligenhaus (eine kleine Stadt zwischen Wuppertal und Düsseldorf) und erinnert sich an ihre große Angst – der jüdische Vater war schon vorher von der Gestapo aus der Familie gerissen und verhaftet worden.

Eva Weyl

Der schöne Schein
Eva wird 1935 geboren; ihre Familie betreibt in Kleve ein Kaufhaus im Gebäude des heutigen Galeria-Kaufhofs. Schon bald muss die Familie nach frühen antisemitischen Anfeindungen nach Arnheim flüchten. Die Sicherheit ist trügerisch und hält nicht lange an; die Deutschen besetzen alsbald auch das Nachbarland Niederlande, die jüdische Familie wird ins Durchgangslager Kamp Westerbork bei Groningen verschleppt. Eva ist gerade sechs bis sieben Jahre alt.