Gedenkstätten

Die Mordstätten der "Aktion Reinhardt"

Impressionen einer Reise mit dem Bildungswerk Stanisław Hantz vom September 2025

Sobibor

Grabstätte flüchtender Juden aus Sobibor

360 Frauen und Männern gelang im Oktober 1943 die Flucht aus dem Mordlager Sobibor, 6 von ihnen gerieten nach 10 Kilometern an Waldarbeiter, die versprachen, den Flüchtenden zu helfen – tatsächlich lieferten sie sie dem Posten des deutschen Grenzschutzes in Zbereźe aus. Von den Deutschen wurden die Flüchtenden umgehend erschossen und verscharrt. Der kleine Jan Doliński hörte beim Kühe hüten die Schüsse und sah wenig später die frisch aufgeschüttete Erde. Als alter Mann berichtete er im Jahr 2016 u.a. der Kommission für jüdische Friedhöfe des Rabbinats in Warschau über die Geschehnisse im Oktober 1943.

Bruno Schachner aus Leer erinnert in der Gedenkstätte Sobibor an Liesel Aussen

Bruno Schachner aus Leer erinnert in der Gedenkstätte Sobibor an Liesel Aussen: Im März 1936 geboren, im Alter von nur 7 Jahren in Sobibor ermordet, vermutlich eine gute Stunde nach Ankunft auf dem extra abgezweigten Gleis ins Mordlager. „Ausländische Kinder, vor allem wenn sie noch jüdisch sind, kriegen keine deutschen Namen“, entgegnete der Standesbeamte in Leer auf das Begehren des Vaters, das Mädchen Liesel nennen zu wollen. Nach Beschwerden in der Landeshauptstadt musste der Standesbeamte zwar klein beigeben, aber die Schikanen gegen die Familie häuften sich.

Lublin: Organisation der „Aktion Reinhardt“ - auch Vergnügen für die Täter

Lublin war für die „Aktion Reinhardt“ nicht nur für Behörden und Dienststellen ein wichtiger Standort, sondern auch für Freizeit und Vergnügen der Täterinnen und Täter. Hier wurde effektives Massen-Morden einschließlich Beseitigung der Leichen geplant und überwacht, hier wurde auch gefeiert und entspannt, vor allem im zentral gelegene Sachsen-Park. Viele Deutsche, die nach Lublin kamen, empfanden dies als gesellschaftlichen Aufstieg, konnten sich einiges leisten, weit entfernt vom Bombenkrieg in Deutschland.

Haus der Ghettokämpfer - Ghetto Fighters’ House in Israel

Das Ghetto Fighters’ House ist eine Holocaustgedenkstätte und ein Museum im Norden von Israel im Kibbuz Lochamej haGeṭaʾot („Ghettokämpfer“), an der Küste zwischen Akko und Naharija in Westgaliläa. Es befasst sich unter anderem mit dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Warschauer Ghetto. Es wurde 1949 von Mitgliedern dieses  Kibubuz gegründet, in dem sich viele Überlebende des Holocaust zusammen getan hatten. Einige von ihnen waren ehemalige Untergrundkämpfer in Partisanen-Einheiten und beteiligten sich am Aufstand im Warschauer Ghetto.