Leer ist eine Kleinstadt in Ostfriesland, 20 Kilometer bis zur Grenze zu den Niederlanden. Um den Einschränkungen, dem Hass und der Hetze gegen Juden zu entfliehen, beschlossen die Eltern Paula und Alfred Aussen, mit ihrer zweijährigen Tochter Liesel nach Winschoten zu fliehen, einer niederländischen Kleinstadt, nur wenige Kilometer hinter der Grenze. Auch die Großeltern von Liesel, Louis und Karolina Aron, flohen nach der Reichspogromnacht in die niederländische Nachbarstadt. Sie dachten und hofften, dass sie dort in Sicherheit wären.
Im Mai 1940 überfiel die Wehrmacht die Niederlande und die geflüchteten jüdischen Familien saßen in der Falle. Die Familie Aussen musste zuerst in das Sammellager Westerbork, dann in das Konzentrationslager Camp Vught. Als Funktionshäftling musste Alfred Aussen dort in einem Außenlager beim Bau von Entwässerungs- und Panzergräben arbeiten.
1943 wurde die Familie Aussen wieder zurück nach Westerbork gebracht und drei Wochen später, am 20. Juli 1943, wurde sie von dort nach Sobibor deportiert. Wenige Stunden nach der Ankunft des Zuges wurde die Familie mit allen anderen Männern, Frauen und Kindern des Transportes sofort umgebracht. Alfred Aussen war 37 Jahre, Paula Aussen 34 Jahre und Liesel Aussen 7 Jahre alt.
In Sobibor hatten die Nazis Monate zuvor auch Liesels Großeltern getötet. Louis Aron 68 Jahre alt, Karolina Aron 72 Jahre alt.
Der Vortrag wurde gehalten am 25. September 2025 auf dem Gelände der Gedenkstätte Sobibor. Der Weg der Gedenksteine führt vom Eingangsbereich der Gedenkstätte zu dem Areal der Massengräber und der früheren Gaskammern.
Video
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